Betriebliche Gesundheitsförderung meets betriebliche Weiterbildung
26. November 2008 von Ines Simbrig
Beim Netzwerktreffen der Stiftung Vital am 24. November 2008 in Bozen wurde mal wieder deutlich, dass Gesundheit ganzheitlich verstanden werden muss; so wie die meisten Definitionen heute besagen, dass es sich bei Gesundheit nicht nur um die Abwesenheit von Krankheit handelt, sondern dass sie als mehrdimensionales Konzept (körperliche, geistige, seelische und soziale Ebene) zu sehen ist.
So zeigte auch Dr. Gregor Breucker (Direktor des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung und beschäftigt beim Bundesverband der Betriebskrankenkassen Deutschland) in seinem Referat auf, dass sich die drei gesundheitlichen Hauptprobleme in Unternehmen auf „Rücken, Seele und Herz“ beziehen. Um die Seele herauszugreifen: Als sehr wichtigen Faktor für die psychische Gesundheit eines Mitarbeiters / einer Mitarbeiterin nannte Dr. Breucker den Handlungsspielraum, der bei der eigenen Tätigkeit im Unternehmen gesehen wird. Und hier erhält die Führungskraft eine wichtige Rolle, so wie auch Arbeitszufriedenheit, Klima in der Abteilung und im Gesamtunternehmen viel mit Führungsstil und -verhalten zu tun haben. Weiterbildung zu den Themen Kommunikation, Führung und Leadership ist also als erheblicher Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung zu sehen, was auch explizit von den Vertretern der Südtiroler Betriebe / Organisationen genannt wurde.
Die Frage, die natürlich den Unternehmen unter den Nägeln brennt: Bringen betriebliche Gesundheitsförderung oder betriebliches Gesundheitsmanagement tatsächlich auch monetär etwas – weniger Krankheitstage, mehr Arbeitszufriedenheit und damit mehr Produktivität? Der Nachweis hierzu ist nicht ganz einfach zu erbringen, da, genau wie beim Bildungscontrolling auch (was bringt die Weiterbildung des Mitarbeiters XY dem Unternehmen in „Cash“) langfristig angelegte und umfangreiche Studien nötig sind, die Kausalzusammenhänge mit statistischen Methoden nachweisen und Veränderungen über die Zeit hinweg aufzeigen können. Eine solche Studie wurde von Dr. Breucker vorgestellt: Die Bertelsmann AG (mit über 100.000 Mitarbeitern) hat gezeigt, dass sich betriebliche Gesundheitsförderung positiv auf den Umsatz einer Abteilung niederschlägt. Um in Südtirol zu bleiben – hier hat die Etschwerke AG die konkrete Erfahrung gemacht, dass sich die krankheitsbedingten Fehltage seit der Einführung der Gesundheitsförderung reduziert haben.
RSS Beiträge
Günther Cologna
Ines Simbrig
Lucia Conci
Deborah Tomissich
Francesca Gallmetzer